Neu Delhi – am Rande der Verzweiflun

17 Uhr. Nach gefühlt 100 Stunden im Flugzeug haben wir unser Ziel endlich erreicht. Neu Delhi. Fertig mit den Nerven machten wir uns auf den Weg zu unserem Hotel. Gerade als wir aus dem Flughafen rausliefen und uns noch wunderten, warum uns hier in Indien gar keiner anspricht, ob wir ein Taxi möchten, kam auch schon der erste angelaufen. Na toll. Jetzt gehts los.

Wir hatten jedoch beschlossen zur Metro zu laufen und damit unser Hotel zu erreichen, also versuchten wir alles um ihn abzuwimmeln. Außerdem waren wir es gewohnt das 100 fache von einem normalen Taxi Preis am Flughafen zu zahlen, also warteten wir gar nicht erst ab, welchen Preis er uns vorschlagen wollte. Nach einigen No, thank you. No, we don’t need a taxi. No, we are going to the metro. No we just wanna look around a bit rief er uns dann hinterher only 100 Rupees ! Damit hatten wir nicht gerechnet. Das sind nämlich genau 1,30€. Okay dann wohl lieber doch das Taxi.

Nach circa 20 Minuten kamen wir in unserem Hotel an. In Deutschland schwärmte ich immer davon, wie wunderschön unser erstes Hotel sein wird für 5€ die Nacht mit Frühstück! Sagen wir es mal so: ich hatte andere Erwartungen.

Das Hotel an sich, sah in etwa so aus wie auf den Bildern, doch in sehr verfallen und schmutzig. Das Bad roch nach Urin, das Bett übersät mit Flecken und die Lage war nicht gerade die Beste. Der Taxi Fahrer meinte nur ganz trocken, wir sollten hier auf keinen Fall raus gehen, sobald es dunkel wird. Okaaay.

Ich bin ehrlich. Die ersten paar Minuten hatte ich überlegt, hier sofort wieder abzuhauen. Doch wir haben uns zusammengerissen, akzeptiert, dass wir nun in Indien sind und die Dinge die nächsten 3 Wochen etwas anders laufen würden.

Kurz vor der Dämmerung fanden wir schließlich noch ein wundervolles Restaurant (das einzige in der ganzen Umgebung) und wir hatten unsere erste Mahlzeit in Indien! Es war einfach nur fantastisch.

Am nächsten Tag hatten wir vor die Stadt etwas zu erkunden. Der Bruder des Fahrers vom Flughafen holte uns am Hotel ab bzw. mit ihm warteten wir locker 1 Stunde auf das Taxi, dass er bestellt hatte. Hätten wir einfach Uber benutzt wären wir innerhalb von 2 Minuten weggekommen. Naja was soll’s. Wir haben ja Zeit

.

Während der Autofahrt erzählte er uns tausende Geschichten, er war wirklich sympathisch. Irgendwann meinte er, er wolle uns noch eine Karte mitgeben von der Stadt mit vielen Informationen etc. Naja angekommen in seinem Büro, wollten wir ihm die 200 Rupien fürs Taxi geben und gehen, doch mussten auf unser Wechselgeld warten. Das jedoch kam nicht. Und damit fing es an.

Sit here. Welcome, welcome sit here. Where are you from? Also setzen wir uns zu dem einen Mitarbeiter und warteten weiterhin auf unsere 300 Rupien Wechselgeld. Was für eine gute Taktik. Während wir da saßen und Ewigkeiten auf die Fragen des Typens eingegangen sind merkten wir irgendwann, dass niemand unterwegs ist um unser Wechselgeld zu holen. Dass wir in eine richtig kluge Fälle getappt sind, um uns eine dieser Touren andrehen zu lassen. Ich war total genervt wollte gehen, doch irgendwann brachte der Mann einige Argumente, die uns wirklich zum Nachdenken gebracht haben. Wir hatten nichts gebucht außer das Hotel in Delhi, mit der Überzeugung alles spontan zu machen. Doch in Indien sind Züge und Busse etc. schon Wochen im Voraus ausgebucht. Nach 2 Stunden Gespräch waren wir kurz davor die Tour zu buchen. Unterkunft, privat Van mit eigenem Fahrer für 3 Wochen, Züge, Busse etc. Er gab uns eine Telefonnummer eines Deutschen Touristen, den wir kontaktierten, in der Hoffnung Bestätigung zu bekommen. Bestätigung dafür, dass die Tour gut werden würde. Doch dieser hat uns ein paar Details erzählt, die uns wieder umstimmten, also entschieden wir uns letztendlich gegen die Tour. 3 Stunden haben wir in diesem Reisebüro verschwendet obwohl wir nur auf unsers Wechselgeld warteten. Klasse. Unsere 300 Rupien, die wir tatsächlich zurück bekamen, ließen wir schließlich als Trinkgeld da.

Die Laune war am Tiefpunkt. Wir beschlossen den Tag in einem schönen Cafe ausklingen zu lassen und suchten nach einem neuen Taxi. Wir waren schon ein Stückchen von dem Büro entfernt, als uns der Taxifahrer von vorhin hinterherschrie und auf uns zugelaufen kam. Unfassbar, was denn jetzt noch?! Er gab uns zu verstehen, dass Sie die 300 Rupien nicht annehmen möchten und sie uns lieber von dem Geld das Taxi zurück ins Hotel bezahlen wollen würden. Wir haben nicht verstanden wieso, aber nach tausend mal No thank you willigten wir doch ein, nur dass das Taxi uns bitte zu einem Café bringen sollte.

Tada! 10 Minuten später standen wir vor einem weiteren Reisebüro mit der Begründung, hier würden wir kostenlos Tee und viele Informationen bekommen. WAS? Nein. Wir baten ihn erneut uns bitte zu einem richtigen Café zu bringen und letztendlich tat er das auch. Wir stiegen aus und er wartete auf seine Bezahlung. Natürlich! Der Typ hat unsere 300 Rupien behalten und uns nicht das Taxi bezahlt.

Das Café war schließlich auch noch voll, sodass wir uns zu Fuß auf die Suche nach einem anderen machten. Tausende Male wurden wir angesprochen mit welcome welcome this is the only professional tourist information center come here for free tea and information. Erst da wurde uns so richtig bewusst, dass es die Masche von jedem einzelnen hier in Delhi ist.

Wir fanden kein Café und fuhren zurück zu unserem Hotel und bestellen uns etwas zu Essen via Roomservice. Wir hatten die Schnauze voll.

Der nächste und damit erstmal letzte Tag in Delhi verlief ähnlich. Doch nun wussten wir besser damit umzugehen. Wir besuchte ein kleines Restaurant etwas abgelegen von der Stadt und hatten dort ein wundervolles Frühstück.

Danach ging es zu unserer Busstation, wo abends unser Bus nach Jaipur abfahren würde. Ich traute meinen Augen nicht und wollte eigentlich nur noch weglaufen, als ich die Straße und das damit verbundene Busbüro sah, doch uns blieb nichts anderes übrig.

Am Ende waren wir unendlich überrascht, als wir einen Bus, duftend nach Räucherstäbchen, mit Schlafplätzen und sogar einer eigenen Klimaanlage bekamen. Besser hätte das Ende in Delhi nicht sein können. Und somit ging es für uns nun endlich Richtung Jaipur.

Nächster Artikel: Jaipur – Höhen und Tiefen

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