Bali, die Insel für jedermann

Noel hat mich am Ende unseres Roadtrips nach Perth zum Flughafen gefahren. Nach einem schweren Abschied, ging es für mich also ab jetzt wieder alleine weiter. Als allererstes wog ich mein Gepäck am Eingang des Flughafens. Mist. Da hatte ich schon das erste Problem. Ich hatte einfach viel zu viele Kilos. Ich glaub ich verbrachte allein schon eine halbe Stunde damit, mein Zeug irgendwie umzupacken. Zwecklos. Allein mein Laptop mit Kamera usw., was alles im Hangepäck von mir verstaut wurde, wog über 10 Kilo. Erlaubtes Gewicht? 7 Kilo. Ja gut. Mir blieb nichts anderes, als auf Risiko gehen und Gott sei Dank wurde ich ohne Probleme durch die Kontrollen gebracht. Ich hatte noch jede Menge Zeit am Flughafen, bearbeitete deshalb ein paar Bilder, schrieb einen neuen Beitrag für den Blog und schaute meine Serie weiter. Endlich durfte ich dann ins Flugzeug und es ging für mich nach Bali!

Ein paar Stunden später landete ich in Denpasar und war erstmal auf der Suche nach meinem Taxi. Ich hatte mir nämlich für dieses Mal extra eins bei meinem Hostel bestellt und hoffte, damit einfacher vom Flughafen wegzukommen. Ja, das entsprach leider nicht der Realität. Ich stand um 12 Uhr Nachts im Flughafen und suchte meinen Namen auf einem Schild, bei einem von diesen tausenden Fahrern, die einem zuriefen Taxi! Taxi! Kuta? Taxi! Doch ich fand meinen Namen einfach nicht. Na gut, also bin ich erstmal Geld abheben gegangen, vielleicht ist er einfach nur noch nicht da. Aber ne halbe Stunde später, war einfach immer noch nichts weit und breit zu sehen. Ich ging zur Information und fragte dort nach und einer rief in meinem Hostel an und mir wurde gesagt, dass es sich wohl um ein Missverständnis handelte. Ja ganz toll. Also musste ich doch ein Taxi vom Flughafen, zu unverschämt verhältnismäßig überteuerten Preisen nehmen. Ich lief mit einem Taxi Fahrer mit, der aber irgendwie nicht so richtig wie ein wahrer Taxifahrer aussah. Irgendwann wurde mir nämlich auch bewusst, dass er nicht ein einziges Zeichen an sich hatte, das auf einen seriösen Taxifahrer hinweisen würde. Okayyyy shit. Aber egal jetzt ist auch schon zu spät. Also ging ich mit ihm mit, bis an die hintersten Ecken der Tiefgarage und langsam bekam ich es schon bisschen mit der Angst zu tun. Wird schon okay sein, ich bin halt auf Bali. Redete ich mir ein. Mein Gepäck wurde in den Kofferraum geladen und ich stieg vorne auf den Beifahrersitz. Ohje. Das ganze Auto war ausgestattet mit rotem Kunstfell, roten Ledersitzen, einer komischen Taschentücher-Box, auf der I LOVE YOU draufstand und dem komischten Fahrer überhaupt. Ich bin in nem Puff gelandet, ich werd bestimmt entführt und vergewaltigt. Man wie blöd bin ich eigentlich. Niemand wüsste überhaupt, dass ich verloren gegangen bin. Keine könnte mir helfen. Oh Gott. Die ganze Fahrt über betete ich einfach nur heil im Hostel anzukommen. Ich habe mir angewöhnt in Taxis selber das Navi auf meinem Handy anzumachen, um zu überprüfen, ob der Weg auch wirklich eingehalten wird. Und Gott sei Dank bog er ganz brav immer in die richtigen Straßen ein und brachte mich zu einem guten Preis zu meinem Hostel. Glück gehabt. 

Aber damit war es noch lange nicht vorbei. Ich checkte ein und wurde von einem der Angestellten zu meinem Zimmer gebracht. Es war mitten in der Nacht und es war mir eh schon unangenehm wahrscheinlich alle aufwecken zu müssen, wenn ich mein Zeug auspacken würde. Doch das war nicht der Fall. Wir traten ins Zimmer ein, 4 Betten und ich erkannte im Dunkeln 2 Personen in einem der Hochbetten liegen. Der Angestellte neben mir tickte auf die Sekunde aus und schrie GET OUT! This is a female dorm! Get OUT! NOW! Ich hatte gar nicht so schnell verstanden, was los war, bis ich erkannte, dass eine Person ein nackter Kerl und die andere ein nacktes Mädchen war. Total verschlafen meinte der Kerl nur Ja eine Sekunde bitte, lass mich noch schnell was anziehen. Aber der Angstellte hatte sowas von gar keine Geduld. Er starrte den Kerl mit einem Todesblick an und lies ihn nicht aus den Augen, bis er sich eine Hose angezogen hatte und aus dem Zimmer verschwand. Ich hab einfach nur total lachen müssen. Das Mädchen entschuldigte sich tausend mal bei mir und ich versicherte ihr, dass ich damit kein Problem hatte. Was auch immer sie davor getrieben haben, war ja schließlich schon vorbei. Das fing auf jeden Fall super an.

Ich verbrachte meine ersten Nächte also im Captain Goose Hostel in Kuta. Für 6€ die Nacht hatte ich 24h lang kostenlose Pancakes und einen wunderschönen Pool. Am ersten Tag sah ich mich etwas in der Umgebung um, unter anderem ging ich am Strand von Kuta spazieren. Also ich muss sagen, ich hab schon schönere Strände gesehen. Aber fürs Surfen, ist er perfekt geeignet. In Kuta ist jede Menge los. Partys die ganze Nacht und ich wollte wirklich unbedingt mal wieder ausgehen. Auf den Farmen in Australien war jetzt nicht so viel los. Ich saß in meinem Hostel und sah all die anderen schon um 3 Uhr nachmittags vorglühen und ich dachte mir nur Maaannoo ich will auch. Aber ich hatte keine Lust alleine loszuziehen, in der Hoffnung jemand kennen zulernen. Aber nur ein paar Minuten später, kam ich mit dem deutschen Michael ins Gespräch und mit der Zeit hatten wir ein paar Leute zusammen, mit denen wir heute Abend in den berühmten Skygarden gehen würden.

FGIC9306

Alter! Ich geh nirgendswo anders mehr feiern! Skygarden! Ich war hin und weg! Warum? Du zahlst 6€ Eintritt und hast damit Zutritt zu 4 Stockwerken, also verschiedenen Areas, sogar ein Stripclub ist für die Jungs im zweiten Stock. Ab 17 Uhr trudeln die ersten Menschen ein, denn in den 6€ Eintritt ist ein riesiges All-you-can-eat Buffet mitinbegriffen. Montag bis Sonntag, jeden Tag ein anderes Motto. Chinesisch, Pizza & Pasta, Griechisch, Mexikanisch usw. Soviel Essen auf einmal und vor allem auch noch so gutes Essen habe ich schon lang nicht mehr gesehen.  Auch eine große Dessert-Abteilung gab es. Und das war noch gar nicht das Beste an dem Ganzen. Denn in den 6€ mitinbegriffen, war nicht nur das Essen und der Eintritt in alle Areas, sondern auch alle Getränke! Von 17-21 Uhr galt also für nur 6€ All-you-can-drink-and-eat! Ist das zu fassen? Egal ob nur Wasser oder die verschiedensten Vodka Mischungen oder große Cocktails. Alles mit drin! Also ging es für uns jeden Tag um 17 Uhr zum Skygarden. Wir aßen erstmal, bis wir nichts mehr rein bekamen und dann wurde bis 21 Uhr getrunken. Danach ging es auf die Tanzflächen, bis in die Morgenstunden. Der Wahnsinn.

IMG_3902IMG_3903

IMG_3864

Nach ein paar Tagen im Captain Goose & Skygarden ging es für mich auch mal wieder weiter. Für 3 Tage zog ich in den Süden der Insel nach Jimbaran. Ich hatte dort das Hostel komplett für mich alleine und es war wirklich Hotel Standard.  Mega also. Ich lief durch die Straßen und schaute mich ein wenig um. Ich lief und lief und lief und merkte gar nicht, wie lange ich schon gelaufen war. Irgendwann schmerzten mir die Füße und mir wurde klar Oh Gott ich muss den ganzen Weg zurück laufen. Also drehte ich um und machte mich auf den Rückweg. Tot müde sprang ich noch in den Pool bei meinem Hostel und ging schlafen. In den nächsten 2 Tagen lieh ich mir einen Roller und suchte ein paar Strände auf. Unter anderem den Balangan Beach. Es war unendlich heiß, aber ich hab den Tag am Meer wirklich sehr genossen.

1 (1 von 13)

1 (2 von 13)

1 (3 von 13)1 (4 von 13)1 (5 von 13)1 (6 von 13)1 (8 von 13)1 (10 von 13)

Und wie es das Schicksal so wollte, ging es für mich danach wieder zurück nach Kuta in das Captain Goose Hostel. Das Beste war auch noch, dass Michael auch schon wieder dort war. Er war für ein paar Tage im Norden, aber hat sich auch nochmal dazu entschlossen ins Captain Goose zurückzugehen. Also hieß es um 17 Uhr wieder SKYGARDEN! 

Ich lernte wahnsinnig viele tolle Leute kennen, zum Beispiel Patricia. Wir verbrachten viel Zeit miteinander und ich zeigte ihr am Strand, wo man an einem Ereignis teilnehmen konnte, was man nicht mehr so leicht vergessen würde. Es ging um Baby Schildkröten. Denn bei dieser Organisation kann man kostenlos helfen, die frisch geschlüpften Schildkröten ins Meer zu begleiten und sie auf ihren Weg ins Leben zu schicken. Meine erste Schildkröte hieß Dude und die zweite habe ich nach meiner Schwester Katja benannt. Evtl sehe ich sie ja eines Tages beim Tauchen wieder.

IMG_3888IMG_3889IMG_3890IMG_3891IMG_3895IMG_4123img_4131.jpg

Auch Elena habe ich das Erste Mal auf Bali getroffen. Genauer gesagt in Ubud, denn das war meine nächste Station. Ein paar Stunden mit dem Bus und schon war ich in meinem neuen Hostel angekommen. Naja nicht ganz. Erstmal musste ich ein paar Kilometer mit meinen 30 Kilo Gepäck laufen, aber ich wollte nicht jedes Mal ein Taxi bestellen. Total verschwitzt und am Ende kam ich in meinem Hostel an, lernte sofort wieder neue Leute kennen und ging mit Ihnen zu Abend essen. Am nächsten Tag traf ich mich dann schließlich mit Elena, wir fuhren zu einem wunderschönen Wasserfall und fuhren stundenlang durch die schönen Ortschaften. Außerdem haben wir jede Menge Affen im Monkey Forest gesehen. Wirklich total niedlich. Aber aufgepasst! Eine Sekunde der Unaufmerksamkeit und deine Flasche, deine Sonnenbrille, dein Handy oder sonstiges, ist sofort weg. Auch auf meinen Rücken ist das ein oder andere mal einfach ein Affe drauf gehüpft. Kurz hatte er versucht den Reißverschluss meiner Tasche aufzumachen, das war ihm dann aber doch zu kompliziert und er eilte wieder davon.

1 (13 von 13)1 (12 von 13)1 (11 von 13)

CLFZ6147IMG_4231IMG_4235

IMG_4191IMG_4252IMG_4261

 

Es blieb nur leider nicht alles so wunderschön. In den letzten paar Tagen in Ubud, bemerkte ich immer mehr Mückenstiche an meinem Arm, die juckten wie Hölle. Naja, ich dachte es wären Mückenstiche. Aber dann fiel mir beim Duschen auf, dass ich diese riesigen Stiche überall am ganzen Körper verteilt hatte. Hm komisch. Aber erst als ich 3 Stiche direkt in einer Linie an meinem Arm entdeckte, dachte ich mir Okay, das sind sicherlich keine Mücken. Was zum Teufel hab ich?! Ja genau, ich hatte Bettwanzen. Na super. Das ist auch sowas wo man immer denkt Ach sowas haben evtl. alle anderen Backpacker, aber ich krieg sowas nicht. Ja Pustekuchen. Ich hatte diese ätzenden Bettwanzen BISSE überall und wollte sofort aus diesem Bett raus. Ich ging duschen und konnte Gott sei Dank noch in ein anderes Zimmer mitten in der Nacht und ein Frühstück bekam ich auch noch geschenkt. Das war jedoch meine letzte Nacht in diesem Hostel.

IMG_4285IMG_4299IMG_4302

Ich brang all meine Klamotten zur Wäscherei, in der Hoffnung, dass das Bettwanzen töten würde, bis mir einfiel, dass hier meistens nur mit kaltem Wasser gewaschen wird. Na super, diese Bettwanzen überleben nämlich so fast alles. Temperaturen von -18 Grad bis +60 Grad, alles kein Problem für die. Und ich konnte ja auch nicht meinen ganzen Rucksack und Kameratasche usw. irgendwo in einen Tiefkühler stecken. Mitten in BALI?! Ich war am verzweifeln. Die könnten noch überall in den ganzen Stoffen rumlauern. Denn dort verkriechen sie sich gerne, bis sie in der Nacht rausgekrabellt kommen und ihre Opfer beißen, bis sie keine Lust mehr haben. Echt super beruhigend. Ich bekam richtige Schlafprobleme, denn ich konzentrierte mich jede Sekunde, die ich in einem Bett lag nur dadrauf, ob ich irgendwo an meinem Körper ein Biss spüren würde. Sobald nur was gepiekst hat, sprang ich auf schnappte mir meine Handytaschenlampe und suchte das ganze Bett nach diesen Viechern ab. Also lustig war das wirklich nicht.

Elena lud mich schließlich ein, sie und ihre Schwestern in ihrer eigenen Villa auf Bali zu besuchen. Da sagte ich natürlich nicht nein und freute mich wahnsinnig ihr Schwestern kennen zu lernen. Den ersten Abend verbrachten wir mit etwas Wein und Schokolade auf der Dachterasse. Mitten im Nirgendwo, noch etwas entspannende Musik, schöner hätte der Abend nicht sein können. Dadurch, dass sich Elena und ihre Schwester Andrea eine Zeit lang vegan ernährt haben, war auch jetzt ihre Ernährung noch wahnsinnig gesund. Ich zog natürlich für die paar Tage, die ich bei ihnen verbringen konnte mit und war total begeistert. Man fühlt sich einfach wahnsinnig gut, wenn man sich gesund ernährt und merkt es schon nach den ersten paar Tagen. Morgens gab es immer eine Smoothiebowl aus frisch eingefrorenen Früchten und den Tag über dann jede Menge Gemüse, Tofu und Obst. Alles frisch gekauft von den Märkten. Wir haben jedoch nicht immer selbst gekocht, sondern sind auch das ein oder andere Mal Essen gegangen. Einmal zum Beispiel in das Restaurant namens Poke Poke. Wie der Name schon sagt, gibt es dort Poke Bowls. Für mich war es das erste Mal, dass ich so etwas gegessen habe und es hat mich komplett überrascht. Ich glaub es war das Leckerste was ich auf ganz Bali gegessen hatte, vergleichsweise mit ca. 6€ für eine kleine Bowl etwas teurer für Bali, aber es ist es auf jeden Fall wert! Außerdem gönnten wir uns mal einen Luxus Abend in einer riesigen Bar mit Pool, tranken einen großen Cocktail und alberten ein wenig im Pool herum. Toller Abend.

BHDB7142img_4331.png

IMG_4338

IMG_4354

IMG_4410IMG_4414

IMG_4260

IMG_4342

IMG_4346IMG_4403

Nach ein paar wundervollen Tagen mit Elena und ihren Schwestern entschlossen wir uns als letztes Ereignis nochmal nach Kuta zu gehen, denn ich wollte ihnen unbedingt den Skygarden zeigen. Wir feierten alle zusammen, genossen die letzten Stunden noch und mussten uns schließlich leider von einander verabschieden.

Ich verbrachte meinen letzten Tag auf Bali nochmal im Captain Goose und traute meinen Augen kaum, als ich auf einmal Patricia beim Einchecken sah. Hier kommt wirklich jeder wieder! Wir freuten uns wahnsinnig uns wieder zu sehen und verbrachten den Tag zusammen, gingen Essen, lagen am Pool herum und was haben wir am Abend gemacht? Natürlich! Skygarden haha. Aber diesmal nur Essen, denn ich musste sehr früh Tschüss sagen. Für mich ging es nämlich zum Flughafen. Zurück nach Thailand!

IMG_4495
Ab nach Thailand

Fazit für Bali: Ich bin total verliebt. Egal ob Party oder Entspannen umgeben von wunderschöner Natur, Bali hat einfach alles zu bieten. Ich habe nicht sehr viel entdeckt, da ich eher mal etwas ankommen wollte an einem Ort. Nicht jeden Tag wo anders hin. Ich hatte nur 2 Wochen auf Bali und nur rumreisen wäre mir etwas zu stressiggeworden. So wie es war, war es genau richtig. Ubud ist für jeden etwas, der z.B. mal Yoga ausprobieren möchte und einfach nur die Natur genießen will. Wer jeden Abend Party machen möchte, zig tausend Leute kennen lernen möchte, der sollte auf jeden Fall nach Kuta gehen. Bali ist also eine Insel für jedermann.

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das:
search previous next tag category expand menu location phone mail time cart zoom edit close