Puerto Princesa, Zeit mit den Locals

Diesmal spät am Abend kam ich mit der Superferry von 2gotravel an meinem nächsten Ziel an. Auf dem Schiff hatte ich einen Tauchlehrer namens Steffen kennengelernt und wir hatten uns dazu entschieden zusammen ein Taxi zu nehmen, da unsere Unterkünfte in der selben Richtung lagen. Ich hatte erwartet, dass einige Tricycles etc. am Hafen warten würden, aber das was kam hat mich einfach zutiefst schockiert. Ich lief mit meinen 25kg Gepäck den Pier entlang, den ganzen Menschen hinterher und am Ausgang war es dann soweit. Unzählige Taxi-,Tricycle-, oder was auch immer Fahrer stürmten auf einen zu, Gott sei Dank war dort ein Zaun, denn sonst hätten sie einen wahrscheinlich über den Haufen gerannt. Von allen Seiten riefen sie einem zu, fragten, wohin man möchte, winkten einem zu, usw. Ich dachte, ich wäre im falschen Film. Ich habe mich bisschen gefühlt wie auf dem roten Teppich, nur das die Blitzlichter gefehlt haben. Ich hob nur wehrlos die Hände und schrie No! No! Thank you! No!  Irgendein ruhiger Tricylefahrer schien mich retten zu wollen, schubste alle aus dem Weg und meinte zu den anderen sie sollen es jetzt mal gut sein lassen. Er befreite mich aus der Menschenmasse und ich dachte mir ach, was für ein netter Kerl und sagte zu Steffen, dass wir doch mit ihm mitfahren könnten. Wir luden also unser Gepäck auf und fuhren los. Nach dem Preis fragten wir gar nicht, was für ein drastischer Fehler. Als kleine Information im Vorhinein: Eine Tricyclefahrt kostet normalerweise ca. 10 Peso (60 Peso= 1€). Wir hatten schon ca. mit 50 Peso gerechnet, einfach nur weil man andauernd abgezogen wurde, wenn man nicht aufpasst. Wir setzen Steffen an seiner Unterkunft ab, er gab mir die Hälfte von unseren erwartenden 50 Peso und ich und der Fahrer fuhren weiter. Irgendwann fragte er mich Zahlst du für deinen Freund da also auch ja? Ich antworte nur mit Ja warum? Er Weißt du denn, wie viel es insgesamt für dich dann kostet? Ich war etwas verwirrt, denn was war das für eine dämliche Frage, natürlich wusste ich das nicht, er hatte es mir ja schließlich noch nicht gesagt. Ich fragte ihn also nach dem Preis und er wollte unfassbare 450 Peso für die Fahrt. 150 Peso für die Fahrt von Steffen und 300 für meine. Das war wirklich ein Witz, denn die Fahrt bis zur ersten Unterkunft hatte nicht mal 3 Minuten gedauert. Ich sah ihn einfach nur total entsetzt an und sagte er solle mich bitte hier auf der Stelle rauslassen. Er total verärgert meinte, es wäre zu gefährlich und er fuhr mich zu der Unterkunft von Steffen zurück. Dort angekommen gab es eine hitzige Diskussion zwischen uns allen, dass dieser Preis eine Frechheit sei und er argumentierte nur mit Local prices! Local prices! Was für ein Schwachsinn. Ich gab ihm die 50 Peso, die ich in der Hand hatte und machte mich auf die Suche nach einem anderen Tricycle. Und siehe da, dieser fuhr mich für 80 Peso direkt zu meinem Hostel.

Am nächsten Morgen lieh ich mir einen Roller aus und erkundete etwas die Umgebung. Stundenlang fuhr ich irgendwelche verlassenen Straßen entlang, auf der Suche nach dem berühmten Nagtabon Beach. Ich hatte mich ein paar Mal seeehr weit verfahren, aber irgendwann war ich endlich angekommen. Ich genoss die wundervolle Ruhe am Strand und ging mich im Meer abkühlen. Alles war in bester Ordnung, bis auf einmal mein Arm höllisch anfing zu brennen. Na super. Ich verließ sofort das Wasser und betrachtete meinen Arm, an dem sich schon langsam viele kleine rote Punkte bildeten. Nach der Begegnung mit 2 giftigen Quallen in Coron machte ich mir etwas Sorgen und marschierte direkt zu ein paar Einheimischen, die dort ihr Essen verkauften. Von der anderen Richtung kam ein anderer Kerl angelaufen und sah, wie ich meinen Arm betrachtete. Er fragte mich, was passiert sei und holte ein paar Limetten, mit denen er meinen Arm einrieb. Gott sei Dank versicherte er mir, dass die Quallen hier ungefährlich seien. Naja es stellte sich heraus, dass der Typ Australier und gar kein Einheimischer war, aber Gott sei Dank kannte er sich anscheinend ja trotzdem aus. Er lud mich ein, etwas Zeit mit ihm und seinen Freunden zu verbringen, die nur wenige Meter weiter im Sand saßen, laut Musik hörten und Cocktails tranken. Nur ein paar Minuten später gab es ein mega Festessen und alle sagten nur Greif zu! Greif zu! Sei nicht schüchtern nimm ruhig! Und auch Getränke stellten sie mir eins nach dem nächsten hin. Ich hoffte einfach, dass kein Alkohol drin war, denn ich musste schließlich Roller fahren. Der Australier meinte nur No no only juice! Aber ich war mir nicht sicher ob das ernst gemeint oder nur Spaß war.

Die Leute, mit denen ich meinen gesamten Tag verbrachte, waren eine berühmte Band in Puerto Princesa. Sie probten am Strand nochmal einige Dinge für ihren Auftritt in der Tikibar und wir vereinbarten, uns um 8 Uhr dort alle zu treffen. Mein Hostel für die heutige Nacht war sogar nur ein paar Meter davon entfernt. Perfekt oder?

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In meinem Hostel lernte ich dann noch 2 Jungs kennen, ging mit ihnen Abendessen und ich lud sie ein, mit mir zur Tikibar zu kommen. Wir tranken ein Bier zusammen, hörten etwas Musik und wollten uns bald auf den Weg machen doch dann kam alles anders als erwartet. Urplötzlich ging es mir miserabel. Ich dachte erst, es würde evtl. an der Hitze und der viel zu engen Jeans liegen haha. Ich wechselte meine Klamotten, trank ein paar Gläser Wasser, doch es wurde einfach nicht besser, Nein es wurde jede Minute schlimmer. An einem Bier kann das ja wohl kaum liegen, ich dachte an das mega gute Essen am Strand und daran, dass es kein Besteck gab und wir wirklich alles durcheinander gegessen hatten. Aber naja so ist das eben, wenn man mal was mit Einheimischen unternimmt. Ich musste den Jungs absagen und versuchte gequält irgendwie einzuschlafen, doch die Übelkeit und alles Drum und Dran waren viel zu heftig. 2 Monate ging es mir in Asien super und jetzt hatte es mich erwischt. Die nächsten Tage lag ich also erstmal flach.

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Am letzten Tag rappelte ich mich noch einmal zusammen und machte mich auf den Weg zu einem anderen Strand. Ich wollte schließlich wenigstens noch irgendwas von Puerto Princesa sehen. Natürlich kostete der Strand Eintritt, doch das war mir nach 3 Kilometern Fußweg auch schon egal. Ich wurde von vielen kleinen Kindern angequatscht, viele riefen mir Dinge wie You are so beautiful! hinterher und andere blieben einfach direkt neben mir stehen und starrten mich mehrere Minuten an. So süß. Leider gab es kein ruhiges Plätzchen an diesem Strand, viele Einheimische hörten von allen Seiten verschiedene Musik und das alles auf einmal war irgendwie zu viel. Vor allem weil ich ja noch krank war.

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Auf dem nach Hause Weg machte ich mir einige Gedanken darüber, was ich alles Schlechtes über die Philippinen gelesen hatte, bevor ich hier angekommen war. Das Entführungsrisiko sei  in manchen Gebieten sehr hoch, vor allem wegen einer Terrorgruppe, die zur Zeit ihr Unwesen treibt. Ich jedoch hatte, was die Themen Aufdringlichkeit oder Gefahr angeht, keinerlei schlechte Erfahrungen mit den Filipinos gemacht. Ganz im Gegenteil. Ich habe noch nie so aufgeschlossene, freundliche und hilfsbereite Menschen getroffen. Die Einzigen, die ansatzweise aufdringlich waren, waren die kleinen Kinder und Jugendlichen, die mir ein Kompliment nach dem Nächsten hinterher riefen und mir ewig hinterherstarrten. Ich hatte diesen Gedanken noch gar nicht zu Ende gedacht, als ein etwas jüngerer Filipino neben mir mit seinem Roller immer langsamer wurde. Ich schaute ihn etwas verwirrt an und er fragte mich, ob ich Facebook habe. Ich antwortete mit Nein (sowas von dämlich, jeder hat heutzutage Facebook) einfach in der Hoffnung, dass er weiterfahren würde. Er ließ jedoch nicht locker, redete irgendein Zeug, ich verstand ihn nicht bzw. hörte gar nicht zu und antworte nur auf irgendeine Frage mit Maybe und lachte, weil er auch lachte. Oh mein Gott was für ein Fehler. Er bremste weiter ab, bis er fast zum stehen kam und machte nur große Augen und fragte Really ? Er freute sich wahnsinnig, war schon fast bereit vom Roller zu springen und hing noch hintendran Quickie there! Come! Ich dachte, ich hör nicht richtig. Jetzt kam mir erst in den Sinn, was er mich gerade gefragt hatte.Und ich hörte ausgerechnet dann nicht zu und antworte mit Maybe. Na super. Ich schrie ihn an NO NO NO! NO! Are you crazy?! NO! GO AWAY! Doch er lachte nur und blieb bei seinen 5km/h neben mir und fuhr immer weiter neben mir her. Irgendwann fuhr er Gott sei Dank weiter und ich hatte wegen dem ganzen Trubel meine Einfahrt zu dem Hostel verpasst. Ich drehte um und nach wenigen Minuten hatte ich die Einfahrt von meiner Unterkunft erreicht. Immer noch total geschockt setzte ich mich erstmal und hörte hinter mir den Motor eines Rollers. Ich drehte mich um und ich dachte ich verliere den Verstand. Da stand er. Breit grinsend auf seinem Roller und laberte wieder irgendwas daher, ich hörte nicht zu, sondern ignorierte ihn einfach und irgendwann rief ich nur erneut GO AWAY! Ich konnte es nicht fassen, er war mir bis zum Hostel gefolgt. Wie hat er das gemacht? Er ist doch ganz woanders weggefahren. Ich fühlte mich auf einmal gar nicht mehr sicher, aber er gab irgendwann auf, weil er merkte, dass ich ihm keine Antwort mehr gab und er fuhr davon. Da denkt man grad drüber nach und dann passiert sowas.

Am nächsten Tag ging es dann direkt zum Flughafen. Ich bin extra 4 Stunden vorher losgelaufen, da ich auf Nummer sicher gehen wollte und wusste, wie viel schieflaufen könnte. Naja 20 Minuten später war ich aber am Flughafen und hatte nun viel zu viel Zeit totzuschlagen. Dann würde es an meinen letzten Ort auf den Philippinen gehen. Cebu

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Flughafen Puerto Princesa

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Mein Fazit zu Puerto Princesa: Wäre ich nicht genau in dieser Zeit krank geworden, hätte ich noch viel mehr von diesem Ort rausholen können. Es war jedoch das erste Mal, dass ich wirklich Zeit mit Filipinos verbringen konnte und es hat unfassbaren Spaß gemacht.

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