Banaue, das Reich der Reisterassen

10 eiskalte Stunden in einem Nachtbus brauchte es, um von der Hauptstadt Manila nach Banaue zu kommen. Um 7 Uhr morgens war ich endlich da und wurde von der Busstation in mein Hostel gebracht, wo schon einige Backpacker vor mir eingetroffen waren. Christian aus Deutschland, Laura aus Frankreich, Luke aus England und Alon aus Israel. Wir mussten noch etwas warten, bis wir unser Zimmer beziehen konnten und kamen deswegen sehr schnell ins Gespräch. Wir schmiedeten die ersten Pläne für die nächsten Tage und beschlossen zusammen etwas die Umgebung zu erkunden.

Ein wenig später machten wir uns auf den Weg zu einer Art Gumpen (die Filipinos nennen es Pool) mitten im Dschungel. Ca. 2 Stunden hatte es bis dorthin gedauert, wir gingen schwimmen, kuschelten mit Hundewelpen und aßen etwas in dem kleinen Restaurant. Währenddessen spielten andere Gäste in wahnsinniger Lautstärke Karaoke, wir grölten mit und lachten ohne Ende.

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Die ersten Reisterrassen in Banaue
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Atemberaubender Ausblick nahe unserer Unterkunft
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Perfekt ausgerüstet für das Wetter in Banaue
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Der Pool
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Kleine Hundewelpen
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Süßer ging es kaum
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Auf den Philippinen gibt es überall Karaoke !

Auf dem Dach eines kleinen Busses ging es schließlich zurück zum Markt, der sehr nah an unserem Hostel gelegen war.

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Etwas unbequem aber lustig war es auf jeden Fall

Wir vertrieben uns die Zeit mit ein paar Kartenspielen und gingen relativ früh schlafen, denn am nächsten Tag stand uns der Start in ein großes Abenteuer bevor.

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Unser Abenteuer
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Wie schön wenn des Wlan mal nicht funktioniert

Eine 2 Tagestour durch den Dschungel und zwar ohne Guide. Wir wollten uns ein wenig Geld sparen und scheuten uns nicht vor aufregenden Erlebnissen, deswegen beschlossen wir alleine loszuziehen. Am nächsten Morgen ging es also los, wir fuhren mit Tricycles zum etwas weiter entfernten Startpunkt und begannen unsere Wanderung.

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& los gehts (Voher-Bild)

Am Anfang hielt das Wetter stand, doch nach etwa 1 Stunde fing es immer wieder an zu regnen. Mal weniger, mal mehr. Ein Großteil der Strecke ging quer durch den Dschungel und der andere Teil über schmale Wege der Reisterrassen. Glitschige Steine, klitschnasse Klamotten, Schlamm überall am ganzen Körper, so sah unsere 8-stündige Wanderung an diesem Tag aus.

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Mitten im Dschungel
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Tolle Gruppe 🙂
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“Treppen“, sehr sicher natürlich
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Schmale Wege durch die Reisterassen

Es hatte sich jedoch auf jeden Fall gelohnt. Wir erreichten einige Viewpoints mit atemberaubenden Ausblicken und hatten jede Menge Spaß. Kurz bevor es dunkel wurde, kamen wir schließlich in dem kleinen Dorf Cambulo an, wo wir in einem kleinen gemütlichen Guesthouse die Nacht verbrachten. Wir befreiten uns aus den ekligen Klamotten,aßen zu Abend und gönnten uns eine Massage, bevor wir schlafen gingen.

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Noch mit Regenjacke wegen dem strömenden Regen 5 Minuten vorher
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Atemberaubender Ausblick vom 1. Viewpoint
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Erstmal ganz normales Bild schießen
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& auf einmal artet es aus haha
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& zwar so richtig
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2. Viewpoint
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Ja, das Wetter war nicht immer das Beste
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Kleine Abkühlung mitten im Dschungel
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Immer & immer weiter
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Man beachte den ultra sicheren (nassen & rutschigen) “Boden“ dieser Brücke. Auch die Seitennetze hatten einige sehr große Löcher.
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Danke an Christian für die tollen Aufnahmen
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Kleine Pause
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Luke schon ziemlich am Ende mit seiner ganzen Campingausrüstung auf dem Rücken
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Das kleine Dorf Cambulo
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Unseren 1. Tag im Dschungel haben wir überlebt
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Cambulo Guesthouse
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Unser Hauptnahrungsmittel auf der Wanderung: Banana-Bread (ca. 0,30€)

Am nächsten Morgen um 7 Uhr ging es direkt weiter. Wir packten erneut unser Zeug zusammen und machten uns auf den Weg zu den berühmten Tappiyha Wasserfällen. Unsere Muskeln schmerzten vom Vortag und die Sonne meinte es anscheinend sehr gut mit uns nach dem regnerischen Vortag. Durch den Dschungel war der Weg relativ eben gewesen, doch nun ging es auf und ab. Wer zu den Reisterrassen möchte, muss mit mehreren tausend Stufen rechnen und allein zu den Wasserfällen sind es jeweils mehr als 800 Stufen runter und wieder rauf. Wem also daheim schon das dritte Stockwerk zu viel Treppen laufen ist, der ist hier vielleicht nicht ganz richtig aufgehoben.

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Tausende von diesen Stufen. 2 Tage lang.

Als wir eine kleine Pause machten, trafen wir einen Guide, der uns riet an der nächsten Abzweigung auf jeden Fall links zu gehen und nicht rechts. Diesem Rat folgten wir und gingen den zugewucherten, steil bergab gehenden linken Weg. Mit jedem Meter zweifelten wir immer mehr daran, dass das wirklich der richtig sei, vertrauten aber auf die Worte des Guides und gingen weiter. Schließlich waren wir wieder ganz unten am Fuß des Berges angekommen, aber dort war kein Weg. Vor uns lag nur das Wasser, das schwierig zu überqueren war und selbst dahinter lag nichts als tiefster Dschungel. Hier war also Ende. Der linke Weg führte ins Nichts. Wir hatten überall Wunden, Schnittverletzungen von den Pflanzen, aufgerissene Knie und jede Menge blaue Flecken. Never trust a guide. Das war unser Motto. 1 ½ Tage hatten wir keinen Guide gehabt und dann hörten wir ein einziges Mal auf einen Ratschlag und hier standen wir nun. Wir konnten nur noch darüber lachen. Das Schlimmste jedoch stand uns ja noch bevor: Wir mussten den ganzen Weg wieder zurück.

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Wir konnten es nicht fassen haha
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Wortwörtlich am Ende angekommen

Auf halbem Wege kam uns schließlich der besorgte Guide entgegen, da er anscheinend gemerkt hat, dass er sich geirrt hatte. Er entschuldigte sich tausend mal, ging mit uns den Weg zurück nach oben und setzte seine Wanderung mit der eigenen Truppe fort. Als wir endlich oben an der Abzweigung ankamen, dachten wir alle wir müssten sterben. Wir hatten jede Menge Zeit verloren, es schmerze überall und Wasser hatten wir auch keins mehr. Und wir standen gerade einmal am Anfang des zweiten Tages. Weiter ging es also, diesmal den rechten und richtigen Weg entlang, zu den Wasserfällen. Dort angekommen nach Hunderten von Stufen auf und ab, trauten wir unseren Augen kaum.

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Tappiyah Falls in Banaue

Atemberaubende Wassermassen stürzten in die Tiefe und wir schwammen in dem sehr kühlen, erfrischenden Wasser, bevor wir wieder los mussten.

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Wortwörtlich am Ende.

Nun hieß es erneut über 800 Stufen steil nach oben, doch damit war es noch lange nicht vorbei. Oben angekommen mussten wir wieder runter ins Tal, gingen etwas essen und mussten wieder aus dem Tal nach oben, um irgendwann unseren Endpunkt zu erreichen. Jedes Mal wenn die nächsten Stufen sichtbar wurden, stöhnten wir auf und jammerten wie kleine Kinder. Wir konnten nicht mehr. Vor allem der linke Weg am Anfang hatte uns all unsere Energie geraubt. Nach Tausenden von Stufen krochen wir nur noch auf allen Vieren nach oben und selbst das Treppen absteigen stellte sich als wahnsinnig große Herausforderung heraus.

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Was für ein Ausblick
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Reisterrassen, Reisterrassen, Reisterrassen
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Schönster Viewpoint der ganzen Wanderung
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Verloren in diesem wunderschönen Reich
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Danke für die schöne Zeit
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Wir konnten nicht mehr. Es war aber noch lange nicht vorbei.
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Pizza mitten im Dschungel
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Goldige Welpen überall
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Aber immer schön motiviert bleiben. Oder zumindest so tun.

Doch nach 2 Tagen, tausenden Stufen, einigen kleinen Verletzungen und wahnsinnig tollen Erfahrungen hatten wir es geschafft! WE MADE IT!

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WE MADE IT! (Nachher-Bild)
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Ab ins Hostel

Mein Fazit zu Banaue: Wow. Es war einfach nur wow. Wahnsinnig anstrengend, ereignisreich und lustig. Wir haben als Gruppe so viele neue Dinge gesehen, atemberaubende Reisterrassen bestaunen können und haben uns zusammen durch den tiefsten Dschungel gekämpft. Diese Wanderung ist mit oder ohne Guide jedem zu empfehlen, der sich nicht vor Anstrengung scheut. Und vor allem die Massage im Cambulo Guesthouse, war die beste Massage, die ich jemals hatte und war wahnsinnig wohltuend für all die schmerzenden Muskeln. 300 Peso kostet eine Nacht dort und eine 1-stündige Massage bekommt man für 350 Peso (knapp 6€). Banaue ist der perfekte Ort, um etwas Anderes, Einzigartiges zu erleben und sollte für jeden eine Überlegung wert sein.

Ich bin sehr froh Christian, Luke, Alon und Laura kennengelernt zu haben, wir waren Die Welt, wie Christian uns immer so schön nannte. Frankreich, England, Israel und Deutschland, vielleicht treffen wir ja mal wieder zusammen. Danke für Alles.

 

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