Manila, die Hauptstadt der Philippinen

Mit einem lächelnden und einem weinenden Auge verließ ich zum zweiten Mal Koh Tao. Ich machte mich auf den langen Weg nach Bangkok, übernachtete dort in einem heruntergekommenen Hostel und fuhr um 4 Uhr morgens mit einem komplett überteuerten Taxi zum Flughafen.

 

600 Baht (15€) hat mich dieses gekostet, da es schließlich so früh morgens war. Oder wie ein guter Freund namens Tom zu mir sagte Hört sich an, wie wenn du ordentlich übers Ohr gehauen wurdest. Ja, vermutlich eher das. Um 6 Uhr hätte das Ganze natürlich nur noch 200 Baht gekostet, was auch gereicht hätte, denn zu meinem Glück hatte mein Flug Verspätung. Ein bisschen mehr Schlaf und 400 Baht mehr im Geldbeutel wären also drin gewesen, wenn ich das mal früher gewusst hätte. Naja, hätte hätte Fahrradkette. Nach mehreren Stunden Aufenthalt am Flughafen, saß ich dann letztendlich in meinem Flugzeug und die Vorfreude stieg immer weiter an. Heute Nachmittag werde ich auf den Philippinen ankommen . Das war das Einzige, woran ich dachte, bevor ich ein bisschen Schlaf nachholte.

 

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Meine letzte Mahlzeit in Thailand: Pad Thai. Das wohl berühmteste Gericht, das es überall zu kaufen gibt. In Bangkok z.B schon für 75 cent 😉
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Und los gehts

1300 Peso, 900 Peso, 800 Peso (ca. 70 Peso = 1€) . Das waren die Preise für die Taxis vor dem Flughafen. Ich stapfte von einem zum nächsten und lehnte alles dankend ab. Das Problem war nur, dass mir dort nicht viele andere Möglichkeiten blieben. Im Internet hieß es: Die weißen Taxis sind die günstigsten für 120 Peso. Ja gut, meine weißen Taxis wollten aber alle 1000 Peso. Auf einmal stand ich mitten auf der Straße und entdeckte einen kleinen Bus, komplett überfüllt mit einheimischen Filipinos. Ich fragte den Fahrer, ob er mich in die Nähe von meinem Guesthouse bringen könnte und er bat mir an, mich wenigstens ein Stück mitzunehmen. Besser als gar nichts dachte ich mir. Doch dann viel mir ein: How much? Und er antwortete 8. Ich: 800? Er: 8 Ich: 80? Er: NO 8! Er sah mich an, als wär ich etwas schwer von Begriff und hielt mir Münzen vor die Nase, nach dem Motto: Checkst du eigentlich gar nichts? Ich musste kurz über mich selber lachen, konnte es aber einfach nicht fassen, dass mich die Fahrt nur 8 Peso (70Peso = 1€) kosten sollte. Schließlich stieg ich in den kleinen Bus, all die freundlichen Fahrgäste halfen mir mit meinem Gepäck und los ging die Fahrt. Keine Ahnung welche Himmelsrichtung, keine Ahnung, wie lange, keine Ahnung wann ich aussteigen müsste, keine Ahnung von gar nichts. Während der Fahrt sprangen die ein oder anderen Filipinos in und aus dem fahrenden Bus und irgendwann fragte mich der Fahrer, wo ich denn hinmüsste. Ich erklärte es ihm erneut, er ließ mich ein paar Minuten später aussteigen und riet mir, mir von hier aus noch ein Taxi zu besorgen. Na super haha. Aber diese kleine aufregende Fahrt und das Antreffen von so überaus freundlichen und hilfsbereiten Menschen, wäre alles Geld der Welt wert gewesen.

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Die typischen Busse für die Einheimischen. Zwar ist dieses Bild auf einer anderen Insel entstanden und dieser Bus ist nicht mehr unbedingt fahrtüchtig, aber es soll ja schließlich nur zur Veranschaulichung dienen 😉

300 Peso, 200 Peso waren jetzt wieder die Preise, über die ich verhandeln musste. Letztendlich fuhr ich für 150 Peso zu dem Wanderers Guesthouse und konnte mich wahnsinnig erschöpft in mein Bett fallen lassen. Ein wenig später, schlenderte ich noch etwas durch die Straßen, betrachtete den Sonnenuntergang und ging für 2 Getränke in die Bar gegenüber von meiner Unterkunft. 45 Peso kostete eine Flasche, fast billiger als das Wasser. Das sagt wohl schon alles.

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Der beste Sonnenuntergang, den ich in einer großen Stadt jemals hatte
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Wunderschöner Brunnen mitten in Manila
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Farbspektakel
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Fast billiger als Wasser
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Nicht das Beste Essen, das ich jemals hatte aber wenigstens ganz viel Gemüse

Mitten in der Stadt tanzten einige Leute Zumba und ich habe die ganze Zeit überlegt, ob ich mitmachen soll oder nicht. Einfach so zum Spaß. Eine Frau hatte anscheinend gemerkt, dass ich am Überlegen war und fragte mich gleich, ob ich mittanzen will. Ich hatte mich aber die ganze Zeit nicht getraut. Viele Lieder später fasste ich meinen ganzen Mut zusammen, stand auf und wollte mich unter die Menschen mischen, aber der Trainer bedankte sich bei der großen Gruppe, verabschiedete sich und alle gingen wieder ihre Wege. Ich war zu spät. Tja Laura, Chance vertan haha.

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Alle hatten mega Spaß

Am nächsten Tag suchte ich nach einer Möglichkeit, die Busstation zu erreichen, an der um 22.00 Uhr mein Bus nach Banaue abfahren würde. Normalerweise wird man alle 3 Meter angesprochen und angehupt, ob man denn ein Taxi brauchen würde. Aber sobald ich meine 25 Kilo Gepäck auf den Schultern hatte, schien ich unsichtbar zu sein. Also lief ich ein Stück und fragte dann einen Rollertaxifahrer, ob er mich zur Busstation bringen könnte. Dieser schien etwas verwirrt und bevor er auch nur antworten konnte, kamen 2 Damen auf mich zu, fragten mich wohin ich müsse und baten mich mit ihnen zu kommen, sie würden mir helfen. Soweit ich sie verstanden habe, hatten sie sich etwas Sorgen wegen dem Fahrer gemacht und bestellten mir keine Minute später ein seriöses (natürlich auch etwas teureres) Taxi. Da ich vor meiner Anreise von einer sehr hohen Entführungsrate auf den Philippinen gelesen hatte, bezahlte ich gerne ein paar Euro mehr und nahm dankend deren Hilfe an. Ich konnte gar nicht fassen, wie hilfsbereit und freundlich die Filipinos waren. Selten habe ich in meinem Leben so glückliche und zuvorkommende Menschen getroffen wie hier. Ohne Ausnahme. Allein als ich mittags ein Restaurant betreten wollte, bat mir ein Herr direkt einen Platz neben ihm an, wollte mein Essen bezahlen und gab mir seine Kontaktdaten, für den Fall, dass ich auf den Philippinen einmal Hilfe brauchen würde. Ohne mir irgendetwas aufdrängen zu wollen oder irgendetwas im Gegenzug zu verlangen, stand er auf, bedankte sich für das Gespräch und fuhr davon. Auch wird man hier auf den Straßen von fast jedem gegrüßt, ohne dass diese einem direkt etwas verkaufen wollen. Wenn mir also eins nach nur einem Tag Aufenthalt auf den Philippinen aufgefallen ist, dann die Filipinos. Und zwar durch und durch im Positiven.

Mein Taxi bog immer wieder in irgendwelche dunklen Gassen ab und mit jeder Minute war ich glücklicher darüber, ein bisschen mehr bezahlt zu haben, dafür aber das Navi direkt vor mir sehen zu können und somit zu wissen, dass alles seine Richtigkeit hatte. Gott sei Dank war ich früher aufgebrochen, denn es staute sich auf den Straßen immer mehr, es dauerte nicht wie geplante 30 Minuten, bis ich an der Busstation ankam, sondern 1 1/2 Stunden. Ich erreichte aber noch rechtzeitig meinen Bus, hatte sogar noch etwas Wartezeit und machte mich deswegen auf die Suche nach etwas Essbarem, drehte jedoch nach einigen Metern wieder um, da jedes Fenster, jeder Shop, und jede Tür mit Metallgittern versehen waren. Das konnte nur bedeuten, dass die Menschen sich hier besonders vor Verbrechern schützen wollen. Vielleicht ist es also nicht die beste Idee, nachts alleine durch die Gegend zu laufen. Naja zum Glück fuhr mein Bus nur wenig später ab und für mich ging es nun zu den berühmten Reisterrassen von Banaue.

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Ohayami Transit Bus
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Kleiner Snack um 4 Uhr morgens für ca. 40 cent

Weiterlesen Banaue

Mein Fazit zu Manila: Manila war für mich ein guter Start in die Philippinen. Ich habe mich Gott sei Dank sehr gut in dieser Stadt zurechtgefunden und bin vielen netten Filipinos begegnet. Ich habe einen ersten Eindruck von den Philippinen bekommen und mich schnell an den ganzen Trubel der Stadt gewöhnen können. Ich werde wohl noch öfters dorthin zurückkehren, um günstig von dort aus weiterreisen zu können. Ungefähr so wie in Bangkok.

2 Kommentare zu „Manila, die Hauptstadt der Philippinen

  1. Dieter Paetzold April 6, 2018 — 6:09 pm

    Das sind ja abenteuerliche Reisen. Ich kann nur staunen, mache mir aber auch Sorgen um mein Enkelkind Laura.
    Viel Glück für dich

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    1. Du brauchst dir keine Sorgen machen 😊 das sage ich dir immer wieder 😏😘

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