Bangkok, Mein Start in das große Abenteuer

Ich habe so Angst. Was tu ich hier nur. Ich kann doch noch nicht einmal Englisch. Das waren meine Gedanken vor den Sicherheitschecks am Münchner Flughafen. Freunde und Familie winkend hinter mir und für mich kein Zurück mehr. Nun hieß es Augen zu und durch. Voller gemischter Gefühle wie Vorfreude, Panik, Trauer und Stolz ging es für mich Schritt für Schritt weiter Richtung Gate. Langsam verflogen die negativen Gedanken und ich konzentrierte mich auf die nächsten Dinge, die abgeharkt werden mussten. Gate finden. Heil in Frankfurt ankommen. Nächstes Gate finden. Heil in Bangkok ankommen. Transfer finden. Und siehe da. Viele unbequeme Stunden im Flugzeug, ein Minionfilm und ein paar Nickerchen später war ich endlich angekommen. In Bangkok.

Ich dachte, dass ich mir am ersten Tag meiner großen Reise ja etwas Luxus gönnen könnte. Also lag ich nur kurze Zeit später im 14. Stock im Eastin Grand Hotel am Infinity Pool und habe die Aussicht auf die atemberaubende Skyline von Bangkok genossen. Als es schon fast dunkel war, ist es mir schlussendlich auch noch gelungen, ein Bild von mir alleine per Selbstauslöser zu machen. (Nachdem ich jedoch circa 3 Stunden lang Paaren dabei zusehen musste, wie sie Selfies geschossen haben.) Danach ging es weiter hoch hinaus in den 30. Stock. Nummer 3004. Mein Zimmer. Ich konnte es nicht fassen, dass ich die Möglichkeit habe mit solch einem Ausblick einschlafen zu dürfen.

Tegernsee und Daheim (3 von 7)
Infinity Pool im 14. Stock
Tegernsee und Daheim (4 von 7)
Aussicht aus dem 30. Stock

Am nächsten Morgen der erste kleine Schock. Aufgeweckt worden durch die heiße Sonne Thailands. Ich drehte mich um und öffnete die Augen. Vor mir die Metropole Bangkok. Ich. Laura. 19 Jahre alt. Grade mal ihr Abitur bestanden. Alleine. Hier. Das waren die einzigen Gedankenfetzen, die mir durch den Kopf rasten. Über Nacht hatte ich scheinbar vergessen, wo ich war.

Aussicht Zimmer (1 von 1).jpg
Mein Zimmer im 30 Stock

30 Grad, 17 Kilo Backpackerrucksack, 7 Kilo Handgepäck und 3 Kilo Kameraequipment. Mein Start in den zweiten Tag in Bangkok. Nach meinem ersten Besuch in einem thailändischen Supermarkt namens 7eleven, einem vergeblichen Versuch eine Thailänderin auf der Straße nach dem Weg zu fragen und ewigem Fußweg stand ich nun da. Verschwitzt, verzweifelt und ohne jegliche Orientierung. Meine letzte Rettung: Ein TukTuk. Mein Ziel war: Khao San Road.

Minuten vergingen, bis der Fahrer begriff, wohin ich wollte. 250 Baht. 250 Baht. Das war anscheinend der einzige Wortschatz, den er besaß. Dort angekommen musste ich mich weiter durchschlagen, einige nette und weniger nette Verkäufer nach dem Weg fragen und endlich hatte ich das Büro meiner Busorganisation gefunden. Ich konnte mein Gepäck abstellen, machte mich auf den Weg in ein kleines Cafe und checkte meine Nachrichten auf dem Handy. Eine alte Schulkameradin hatte mir geschrieben, dass sie sich mit einer Freundin direkt 80 Meter von mir entfernt in einem Hostel befindet und gemeinsam mit ihnen gingen meine 8 Stunden Wartezeit sehr schnell vorüber und einige Tipps zum Thema Backpacking in Thailand habe ich auch noch bekommen.

Die Koh San Road ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Von Klamotten und Schmuck bis hin zu gerösteten Insekten und anderen Tieren, wird hier alles verkauft. Eine kleine Zwischeninfo: allein ein Bild von den Skorpionen, die als Snack angeboten werden, kostet 10 Baht. Wie viel die Skorpione an sich kosten ist anscheinend irrelevant. Naja, so viel zu Angebot und Nachfrage.

Nach 9 Stunden Busfahrt, 3 Stunden Wartezeit und 5 Stunden Schlaf auf der Fähre bin ich an meinem nächsten Ziel angelangt. Die Insel Ko Phangan. Anschließend gab es gleich einmal ein Missverständnis bezüglich meines Gepäcks. Letztendlich durfte ich dann doch das Schiff mit meinem eigenen Rucksack verlassen und musste mich direkt mit dem nächsten herumärgern. Where are you going? Come with me! Haad Rin? 500 Baht! Nach einer kleinen Diskussion darüber, dass dieser Preis viel zu hoch sei, schickte er mich genervt und beleidigt weiter. Das kann ja heiter werden. 100 Meter weiter wurde ich förmlich in ein Sammeltaxi hineingeschubst, was mich für nur 100 Baht direkt zu meinem ersten kleinen Hostel brachte. 50 Meter entfernt von dem Strand, an dem in wenigen Stunden die Full Moon Party beginnen würde. Ich war angekommen in Haad Rin.

Weiterlesen Koh Phangan

Mein Fazit zu Bangkok: Ich hatte das Glück, mein Aufenthalt so luxuriös wie nur möglich beginnen zu können. Das hatte jedoch auch seinen Preis. Es lohnte sich aber, denn für mich ist Bangkok nun nicht die Horrorstadt, wie sie für viele andere ist. Es ist zwar gewöhnungsbedürftig mit all dem Trubel und Chaos, aber das ist einfach der Kulturschock. Länger als 2 Tage würde ich aber dort vermutlich auch nicht verbringen. Trotz allem bin ich froh, Bangkok gesehen zu haben und man kann dort gut ein paar Tage verbringen, bevor es weiter zum nächsten Ziel geht.

5 Kommentare zu „Bangkok, Mein Start in das große Abenteuer

  1. Gefällt mir sehr gut, liebe Laura … freu mich auf die Fortsetzung…

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  2. Dieter Paetzold - Trier März 13, 2018 — 1:23 pm

    Das ist ja wie in einem Märchen.
    Du beschreibst das so anschaulich, dass man glaubt, selbst dabei gewesen zu sein.

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  3. Dieter Paetzold - Trier März 13, 2018 — 1:25 pm

    Das ist ja wie in einem Märchen.
    Du beschreibst das so anschaulich, dass man glaubt, selbst dabei gewesen zu sein.

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